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US-Anleihemarkt signalisiert Zinswende-Stress

4. Oktober 2015

Die jüngste Phase hoher Volatilität wurde vor allem am Aktienmarkt registriert. Wenig wahrgenommen, aber nicht weniger gefährlich für Anleger sind die Zeichen, die der US-Anleihemarkt aussendet.Zuletzt hat sich hier deutlicher Zinswende-Stress aufgebaut, auch wenn die jüngsten Arbeitsmarktdaten keine schnelle Zinswende erwarten lassen. Dennoch steigen dort die Risikoaufschläge für Unternehmensanleihen (Corporates) aktuell deutlich an. Den Hinweis dafür entnahm ich einer Präsentation der DekaBank.

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Demnach sind im Bereich von Corporates mit einet „BBB“-Bewertung, einem breiten und relativ liquiden Markt, die Spreads zuletzt deutlich angestiegen und waren so hoch wie zuletzt vor drei Jahren, also kurz nach Draghis „What ever it takes“-Rede. Mit anderen Worten, die Lage ist zwar nicht dramatisch, aber entscheidend ist die Tendenz. Sie deutet auf wachsendes Misstrauen der Investoren hin, wenn der Risikoaufschlag zum „sicheren“ Zins – in den USA in der Regel Treasuries – ansteigt.
Eine Zinswende würde den US-Corporate-Markt treffen. Denn viele US-Konzerne haben die niedrigen Zinsen genutzt zur billigen Schuldenabnahme und mit dem Geld eigene Aktien zurückgekauft. Steigen die Marktzinsen, so wird die Refinanzierung dieser Bonds teurer, die Bonität der Firmen sinkt. Diese Erwartung zeigt sich aktuell am Spreadanstieg.Der Markt sendet Signale für Zinserhöhungsstress aus.

Eine US-Zinsende, auch wenn sie unwahrscheinlicher geworden ist, wird auch die Aktionäre betreffen. Wenn US-Firmen höhere Zinsen bezahlen müssen, bleibt weniger Geld für die Aktionäre übrig.

(Stefan Schaaf, Oktober 2015)

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