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Es ist nochmal gut gegangen – Aber alles gut im UK?

21. September 2014

Die Briten haben ihre Nahtoderfahrung überlebt. Schottland bleibt ein Teil von UK. Damit ist das Szenario aus dem vorherigen Beitrag hinfällig. So ist das mit 50:50-Chancen. Klingt wahrscheinlich, kann aber genauso wahrscheinlich anders ausgehen. Ist also alles gut? Vier Gründe, warum nicht alles gut im UK ist:

1. POLITIK: UK soll föderaler werden, Schottland mehr Rechte und damit eine Teil-Unabhänigkeit erhalten. Auch die Waliser, Nord-Iren und selbst die Engländer – vor allem im Norden – drängt es zu mehr Selbstbestimmung. Der Weg vom United Kingdom zum Federal Kingdom wird ruckelig und von politischer Unsicherheit begleitet sein.

2. BREXIT: Dieser Tage sprach ich in London mit einer Fondsmanagerin über den möglichen EU-Austritt des UK. Sie stöhnte laut auf und unterdrückte halbwegs Verwünschungen über diejenigen, die die Bande nach Brüssel kappen wollen. Ok, mit den Schotten gibt es mehr Europafreunde als ohne sie unter den Briten. Aber die erwärmen sich auch immer mehr für die Europahasser der UKIP. Und die Konservativen haben ein Referendum über die EU versprochen. Umfragen, die ich auf dem Berenberg-Blog las, sehen die EU-Befürworter leicht vorn. Aber es ist eine Fifty-Fifty-Chance…

3. It’s the ECONOMY: Der Immobilienboom und das ordentliche BIP-Wachstum überdecken das Doppeldefizit in Haushalt und Außenhandel. ‚The UK’s monthly trade balance is growing, the current account deficit is worryingly large‘, schreibt Kit Juckes, Analyst bei der Société General. Das stärkere Pfund, das angesichts der bevorstehenden Zinserhöhung der BoE insbesondere zum Euro weiter zulegen wird, senkt die Wettbewerbsfähigkeit der britischen Wirtschaft gegenüber UK. Und für die Zeit nach der Wahl im Frühjahr 2015 rechnet Juckes mit verstärkter Austerität.

4. ÖL: Die britische Ölförderung in der Nordsee hat ihren Peak schon vor rund 15 Jahren überschritten, las ich kürzlich. Das heißt mittelfristig weniger Staatseinnahmen und ein steigendes Handelsbilanzdefizit.

Um auf den Langmut der Ratingagenturen zurückzukommen: Auch ohne Scoxit darf man gespannt bleiben, wie lange er anhält. Die vier genannten Gründe sind alle Credit negativ.

(Stefan Schaaf, September 2014)

Und hier geht es zu meinem Beitrag „Very british“ in der Börsen-Zeitung mit den Marktreaktionen auf den Sieg der Unionisten beim Schottland-Referendum. (bitte ein wenig nach unten scrollen)
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