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Von der Volksaktie zur Volksrepression – Warum die Financial Repression bald endet

18. November 2013

Bert Flossbach mag ein umtriebiger Vermögensverwalter sein, ein erfolgreicher ist er ohnehin. Der Kölner dürfte jedoch nicht unerheblichen Anteil daran haben, dass das Thema finanzielle Repression sich in deutschen Medien und Köpfen eingenistet hat. Inzwischen sind die negativen Realzinsen im „Spiegel“ angekommen, der sich sonst nicht als Anlegermagazin versteht. Es ist also nur noch eine Frage der Zeit, bis „Bild“ die Volks-Repression ausruft.

Das wäre eine gute Nachricht. Die finanzielle Repression wäre dann nämlich mit großer Wahrscheinlichkeit vorbei, ebenso wie so so manche Hausse am Aktienmarkt als Hausfrauen-Rally endete. Gleiches könnte mit der Hausfrauen-Repression und all den dafür aufgesetzten Anlagekonzepten passieren. Der Trend geht in diese Richtung, auch wenn die EZB jüngst den Leitzins auf 0,25 Prozent senkte. Deutschland erlebt derzeit eine Disinflation, für die ganze Euro-Zone macht sich sogar Deflationsangst breit. Zugleich sind aber die Renditen für Bundesanleihen gestiegen. Bei den Zehnjährigen, der Benchmark für den europäischen Rentenmarkt, liegt der Zins bei rund 1,7 Prozent. Das sind fast 0,4 Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr. Zugleich ist aber die Inflationsrate auf nur noch 1,4 Prozent gefallen. Mit anderen Worten: zehnjährige Bundesanleihen werfen anders als noch zu Jahresbeginn wieder eine minimale reale Rendite ab. Am langen Ende des Rentenmarktes ist die finanzielle Repression also bereits wieder vorbei!

Ok, für Spareinlagen gilt das noch nicht, es sei denn man geht zu den „neuen Kauphting-Banken“ mit ihren Hochzinsversprechen. Da kann man sich aber auch das Ende ausmalen! Wer aber über Mini-Zinsen auf dem Sparbuch klagt, der mache sich Gedanken über Alternativen wie dividendenstarke Aktien oder Hochzinsanleihen, jedenfalls als Ergänzung. Ansonsten kann man den realen Verlust einiger weniger Basispunkte auch als Liquiditätsprämie in Zeiten der drohenden Deflation werten. Ehrlich, es gibt Schlimmeres.
(Stefan Schaaf, November 2013)

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