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It’s The Mandat – and Defloyment

12. November 2013
Jetzt schreiben und schreien sie wieder: Gelddrucker, Inflation, Enteignung der Sparer. Angst macht Schlagzeilen. Ja, die Europäische Zentralbank hat die Zinsen fast auf Null gesenkt. Ja, die finanzielle Repression nagt am Ersparten. Dabei macht die Notenbank nichts anderes als ihr Mandat ernst zu nehmen. Das lautet: Geldwertstabilität.
Doch um die es im Moment nicht gut bestellt. Die Euro-Zone schrammt an der Deflation entlang. Auch Deutschland hat disinflationäre Tendenzen – trotz der Betongoldblase in Frankfurt und anderen „Lage, Lage, Lage“-Städten.
Die EZB muss also eine etwas inflationäre Politik betreiben, um die innere Stabilität des Euro zu verteidigen, definiert in bester Bundesbank-Tradition als Preissteigerungsrate von zwei Prozent. Doch davon ist die Euro-Zone derzeit 1,3 Prozentpunkte entfernt.
Die mickrigen Zinsen können sogar helfen die derzeit diskutierten makroökonomischen Ungleichgewichte zu beseitigen, die das hässliche Spiegelbild des deutschen Exportbooms sind. Wenn sparen nicht lohnt, dürfte hierzulande mehr konsumiert werden. Dass die Notenbanken dies durchaus anstreben, hat Bundesbank-Präsident Jens Weidmann dieser Tage sogar eingeräumt.
Allerdings ist die aktuelle Geldpolitik auch nicht ohne Risiken. Das eine Problem sind Blasen wie auf Teilen des deutschen Immobilienmarktes. Das andere – noch potenzielle – Problem ist die des Überschießens der lockeren Geldpolitik. Wenn die EZB das Timing zur Straffung nicht hinbekommt, droht in der Tat Inflation. Aber nur dann!
Bis dahin plagt die Euro-Zone das, was ING-Volkswirt Carsten Breszki in einem Tweed („Forget about Stagflation“) kürzlich Defloyment nannte, eine Mischung aus Deflation und Arbeitslosigkeit. Wir Deutsche wissen (hoffentlich), wohin dieser  Giftcocktail uns schon einmal führte.
(Stefan Schaaf, November 2013)
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