Zum Inhalt springen

Impact ist die neue Nachhaltigkeit – nur besser

26. Oktober 2013

Darauf können nur die Briten kommen: Sie machen die Resozialisierung von Straftätern zum Investment-Modell. Beteiligen kann sich jeder, der mit seinen Spargroschen etwas Gutes für die Welt bewirken möchte. Impact Investing wie das Resozialisierungsprojekt ist ein Trend in den angelsächsischen Ländern, der von den Regierungen unterstützt wird. Dies könnte auch in Deutschland dem verschlafenen Markt für ethische Investitionen den lange ersehnten Schwung geben, zumal Impact Investment einige Nachteile so genannter nachhaltiger Geldanlagen umgeht.

Wer Biomilch vom Bauern in der Region oder fairgehandelten Kaffee kauft, der möchte mit seinem ersparten Geld mehr erreichen als nur Rendite. Doch abseits von Stiftungen und Kirchen blieb Nachhaltigkeit in der Geldanalge bisher ein Nischenprojekt, vielleicht auch weil der Impact dieser Finanzprodukte oft nicht klar Ist. Dies gilt insbesondere für den  Best-in-Class-Ansatz, bei dem etwa das  umweltfreundlichste Unternehmen einer Branche für einen Aktienfonds ausgewählt wird. Das Problem dabei: Im Depot liegt dann der umweltfreundlichste Rüstungshersteller. Dieses Problem umgehen zwar Ansätze, die ganze Branchen ausschließen. Doch dafür bilden sich in entsprechenden Fonds mangels Diversifikation leicht Klumpenrisiken, oft aus IT-und Pharmawerten. Das kann gut gehen, aber häufig bleibt die Rendite nachhaltiger Investments hinter dem Markt zurück.

Zudem dürften nachhaltige Anleger enttäuscht sein, wie wenig sie auf den großen Kapitalmärkten bewegen können. Grün wählen hilft dann doch mehr als ‚grün‘ zu investieren. Der Atomausstieg wurde an der Wahlurne und nicht an der Börse entschieden.

Impact Investment beschreitet den entgegengesetzten Weg. Machen statt weggucken ist die Idee. Statt Firmen auszuschließen, wird gezielt investiert. Entsprechende Fonds funktionieren ein wenig wie Private Equity oder Mezzanine. Anleger investieren über fonds in Projekte und Firmen, die helfen die Welt ein bisschen besser zu machen. Als aktive Investoren nehmen sie direkt Einfluss, die Konstruktion als fonds dient der diversifikation und senkt damit das risiko der geldanlage.

Das genannte britische Projekt investiert in die Resozialisierung und will dadurch sogar Rendite erzielen, etwa durch die Arbeitsvermittlung. sie Rückzahlung der so kam Bonds wird vom Staat garantiert. Der Anbieter LeapFrog investiert in Mikroversicherungen, um Armen Menschen ein Minimum an Absicherung zu geben. In London gibt es gar Pläne für ein soziales Börsensegment, eine Social Investment Exchange. So funktioniert soziale Marktwirtschaft!

Weltweit sind nach Schätzungen des Weltwirtschaftsforums schon 40 Mrd. Dollar mit Impact investiert, Tendenz steigend. In das Geschäft ist jüngst die UBS eingestiegen. Bei der Schweizer Bank muss man laut einer Bloomberg-Meldung aber mindestens 250.000 Dollar mitbringen um mit Impact investieren zu können. Es gibt jedoch auch andere Wege.  Das Global Impact in Rating Network (GIIN) hat in seiner Datenbank unter http://www.thegiin.org  eine große Zahl Fonds aufgeführt.

(Stefan Schaaf, Oktober 2013)

Advertisements
Schreibe einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: