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Exportschlager Mittelstand: Jetzt auch bei Anleihen

11. Oktober 2013

Spanischen Unternehmen eröffnet sich ein Ausweg aus der Kreditklemme in ihrer Heimat. Sie sollen sich nun nach dem Vorbild deutscher Mittelstandsanleihen Geld direkt am Kapitalmarkt leihen können. Zu diesem Zweck hat der spanische Börsenbetreiber BME seine Plattform für Unternehmensanleihen kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) gestartet. Die neuen Hochzins-Mikrobonds könnten unter dem Namen der Plattform als MARF (Mercado Alternativo de Renta Fija) bekannt werden.

Infolge der Finanzkrise, aber auch in Antizipation einer strengeren Regulierung, hatten viele Banken die Kreditvergabe heruntergefahren. Dies galt insbesondere für die europäischen Krisenstaaten. Die EZB hatte daher schon erwogen, quasi in die direkte Kreditvergabe an Unternehmen einzusteigen. Bislang hatte sie das Kreditgeschäft der Banken unter anderem durch die Hereinnahme von ABS-Papieren geholfen zu refinanzieren.

Angesichts der sinkenden Bereitschaft und Möglichkeit zur Kreditvergabe steigt bei Firmen der Bedarf nach einer bankenunabhängigen Finanzierungsquelle. Dieser Weg könnte sich nun spanischen Unternehmen mittels MARF auftun. Rund 100 Unternehmen sollen die Kriterien der Börse bereits erfüllen, berichtet das Portal anleihenfinder.de unter Verweis auf Medienberichte. Das sind mehr Firmen, als in Deutschland bereits an Mittelstandsanleihen begeben wurden (rund 90). Wenngleich der MARF den BondM in Stuttgart oder den Entry Standard in Frankfurt zum Vorbild hat, sollten die spanischen Unternehmen den deutschen Vorbildern nicht allzu sehr nacheifern. Experten schätzen nicht einmal die Hälfte der deutschen Mittelstandsanleihen als kaufwürdig ein, die Kupons gelten angesichts der Risiken vielfach als zu niedrig. Zudem sind Emissionen von zehn oder 20 Millionen Euro sehr illiquide und die Anleihen daher hochvolatil.

Gilt es also, auf den ersten spanischen Mittelstandsbonds zu warten. Der Kupon wird sicher hoch ausfallen. Spannend wird die Frage, auf wie viel Nachfrage er stößt, und welche Anlegergruppen kaufen.

 (Stefan Schaaf, Oktober 2013)

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