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Anleihe schlägt Schuldschein

17. September 2013

Die deutschen Firmen haben im laufenden Jahr bislang keine Scheu vor der Öffentlichkeit des Kapitalmarktes gezeigt. Während sie zur Deckung ihres Fremdkapitalbedarfes mehr Anleihen begaben, lahmte das Geschäft mit den nicht-öffentlichen Schuldscheinen. Dies ist die Kernaussage einer jetzt veröffentlichen Studie der auf Unternehmensfinanzierung spezialisierten Beratungsfirma CapMarcon. Insgesamt befinde sich Deutschland in einer „anhaltend komfortablen Finanzierungssituation“, urteilt das Beratungsunternehmen. „Zum einen stellen Financiers ausreichend Fremd- und auch Eigenkapital zur Verfügung, zum anderen hat wegen der moderaten Wirtschaftsdynamik und Dank der weiter verbesserten Innenfinanzierungslage bei den Firmen die Kapitalnachfrage insgesamt leicht abgenommen“, heißt es.

Laut der Studie, die sich auf Bundesbank-Daten bezieht, stieg das umlaufende Volumen an Unternehmensanleihen zum 30. Juni im Jahresvergleich um 2,​3 Prozent auf 241,​9 Mrd. Euro. Davon waren 3,​2 Mrd. Euro so genannte Mittelstandsanleihen, deren Volumen im Jahresvergleich um rund 40 Prozent hochschnellte. „Adressen mit guter Bonität können sich weiterhin zu attraktiven Konditionen finanzieren“, schreibt Capmarcon. Und das gilt aus internationaler Sicht für fast alle deutsche Unternehmen per se, schließlich ist German Mittelstand derzeit mächtig en vogue.

Deutlich geschrumpft ist hingegen das Geschäft mit Schuldscheinen. Im ersten Halbjahr fiel das Volumen auf drei Milliarden Euro, das ist fast nur noch die Hälfte der ersten sechs Monate 2012. „Wesentliche Gründe für diese verhaltene Entwicklung war der abnehmende Kapitalbedarf der (kapital-)marktfähigen Unternehmen, in das Jahr 2012 vorgezogene Finanzierungen und ein wegen der Konjunktureintrübung voraussichtlich geringerer zukünftiger Kapitalbedarf“, heißt es in der Studie. Schuldscheine sind eine Mischung aus Anleihe und Bankkredit. Wie eine Anleihe haben sie eine eine feste Laufzeit und einen Kupon. Der Hauptunterschied: Schuldscheine werden zwar von einem Arrangeur bei Investoren platziert, dann aber nicht am Markt gehandelt. Folglich ist die Zahl der Gläubiger in der Regel größer als beim klassischen Bankkredit.​Insbesondere mittelständische Familienunternehmen lieben dieses Instrument, weil sie sich nicht vom Kapitalmarkt und damit der Öffentlichkeit in Karten, sprich Bilanz, schauen lassen müssen.

(Stefan Schaaf, September 2013)

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